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Neue Zuversicht und alte Vorsicht.

22.10.2009 | Keine Kommentare

Der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff spricht davon, dass die Welt seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts 108 große und kleine Bankenkrisen erlebt habe. Der Gründer von Raiffeisen hat eine der schwersten Krisen am eigenen Leib miterlebt. Er hat daraus gelernt. Sein Wissen und seine Erfahrung prägen die Raiffeisenbanken bis heute. Krisen konnten dadurch besser bewältigt werden.Allein in den reichen Ländern zählte Rogoff 18 schwere Krisen seit dem Zweiten Weltkrieg. Bei diesen großen, systemweiten Zusammenbrüchen waren die Auswirkungen gewaltig. Die Arbeitslosigkeit stieg im Schnitt um sieben Prozentpunkte, die Aktienpreise gaben um 55 Prozent nach, die Immobilienpreise um 35 Prozent, die Staatsverschuldung kletterte um 86 Prozent. Bankenrettungen und Konjunkturpakete waren stets noch der kleinste Rechnungsposten.

Am Anfang eines solchen Zyklus aus Euphorie und Untergang steht fast immer ein Ereignis, das die Hoffnung auf eine neue Ära des Wohlstands für alle weckt. Das Ende eines langen Krieges. Eine Rekordernte. Eine Erfindung wie die Eisenbahn, das Automobil oder das Internet.

Die neue Idee, die neue Zuversicht lockt Pionierunternehmer und Investoren an, bald steigen die Gewinne, und die Anleger werden wagemutig. Unternehmen wachsen und investieren. Die Banken gewähren Kredite und erschließen neue Kapitalquellen.

Es mag in der Natur des Menschen liegen oder am System - jedenfalls rennen irgendwann alle in dieselbe Richtung, statt sich gegenseitig zu korrigieren. Was lernen wir daraus? Es gibt kein Rezept für ewiges Glück oder ständig steigende Renditen. Aber mit neuer Zuversicht und alter Vorsicht lassen sich immer wieder Wege finden. Bester Beweis für mich: Friedrich Wilhelm Raiffeisen.

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