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Animal Spirit

17.11.2009 | Keine Kommentare

Die jüngsten Entwicklungen machen deutlich, dass die Ökonomie sich von den Annahmen perfekter Märkte verabschieden muss. Das nicht modellhafte Verhalten der Menschen prägt die Wirtschaft mehr als bisher angenommen. Das gelebte Miteinander von Raiffeisen zeigt, wie viel mehr eine Bank sein kann. Beziehungsqualität macht sich mehrfach bezahlt. Ein Plädoyer für weniger Finanzakrobatik und mehr Vertrauen in das eigene Können.

Wie kaum ein anderer hat John Maynard Keynes die große Politik des 20. Jahrhunderts beeinflusst. Seine These, der Staat solle in Zeiten der Krise den Mangel an privater Nachfrage durch eigene Ausgabenprogramme ausgleichen, bestimmt auch die aktuelle Weltwirtschaftspolitik.

Keynes war der Meinung, dass die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten der Menschen rationalen Motiven entspringen. Die Menschen verfolgen ihre Ziele, sie suchen ihren Nutzen, sie wägen Kosten und die möglichen Alternativen ab. Aber sie sind auch, weil sie Menschen aus Fleisch und Blut sind, ihren Trieben und Stimmungen unterworfen.

Alle Rechnungen, die sich auf die fernere Zukunft beziehen, sind Kaffeesatzleserei, wusste schon Keynes. Weil das die meisten Menschen verstehen, hören sie lieber auf ihren Bauch oder handeln so, wie andere es machen, also nach sozialen Normen. Das ist es, was Keynes die “Animal Spirits” nennt. So könnte der Weg zu einer neuen Ökonomie über das Nutzenkonzept erfolgen. Ökonomische Modelle basieren bekanntlich auf dem Prinzip der Nutzenmaximierung des Individuums.

Was diese Nutzenmaximierung beinhaltet und wie die Nutzenempfindung entsteht, betrachten Ökonomen bisher noch zu wenig. Für die strategische Ausrichtung ist es jedoch notwendig zu verstehen, was das Verhalten, das subjektive Nutzenempfinden beeinflusst. Und was motiviert, etwas auf eine bestimmte Art und Weise zu tun bzw. etwas nicht zu tun.

Raiffeisen hatte dazu seine ganz eigene Meinung. Instinktiv tat er, was seiner Meinung nach zu tun war, leistete Hilfe zur Selbsthilfe. Diesen Weg gehen wir bis heute mit großer Überzeugung und der Sicherheit, einem Urinstinkt menschlichen Handelns zu folgen.

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